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kunst ist:
Alles beginnt mit der Sehnsucht. Nelly Sachs Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit. Und das sind Wünsche: leise Dialoge täglicher Stunden mit der Ewigkeit. Und das ist das Leben. Bis aus einem Gestern die einsamste von allen Stunden steigt, die, anders lächelnd als die andern Schwestern, dem Ewigen entgegenscheigt. Rainer Maria Rilke
Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch. Friedrich Nietzsche Alles Schöne ist geordnet, und Ordnung kann es nur geben, wenn die Dinge im rechten Verhältnis zueinander stehen. Robert Henri
Es gibt Geheimnisse, die nicht gestatten, dass man sie ausspricht… Ach hie und da nimmt das Gewissen der Menschen eine Last auf, die so entsetzlich ist in ihrer Schwere, dass sie nicht früher abgeworfen werden kann als im Grabe. Und so wird das innerste Wesen nicht offenbart. Edgar Allan Poe
Doch unsere Bilder, unsere Kunst, die redet unaufhörlich von den Geheimnissen. Menschen verstehen, wollen nicht verstehen, können nicht verstehen oder durchschauen alles mit einem Blick. Schrei, Kunst, schrei und klage dich sehr, dich begehrt jetzt niemand mehr, o weh! Maler Lukas Moser 1431
Bilder werden nicht gemalt – Bilder werden geblutet. Reto Gantenbein
OMNIA VINCIT AMOR (Die Liebe bezwingt alles) Vergil Weil sie nichts lieben, meinen sie Gott zu lieben. Charles Peguy
Die Wahrheit ist nie so oder so. Geralinde Chaplin
Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Weisheit 11,24
Die Existenz macht mir Angst. Der Erkenntnis über die Existenz folgt das in die Einsamkeit geraten – für immer. Alles ist mit einem Schlag zusammengebrochen. So auch die Träume vom Einvernehmen mit den Menschen. Zuerst wird die Angst da sein, das Entsetzen und die schlaflosen Nächte, und dann, danach, die lange Reihe der Tage der Verbannung. Jean Paul Sartre Es gibt vielleicht nur eine Wahrheit, aber ganz bestimmt viele Wirklichkeiten
Kennst du den Faust? Den Doktor? Meinen Knecht. Fürwahr! Er dient Euch auf besondre Weise. Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise. Ihn treibt die Gärung in die Ferne. Er ist sich seiner Tollheit halb bewusst: Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne, Und von der Erde jede höchste Lust, Und alle Näh´ und alle Ferne Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust. Johann Wolfgang von Goethe
Sehnsucht. Der Philosoph hat geradezu Angst vor ihr. Sie lässt sich nicht beschreiben und begreifen, weil sie sich jedem Zugriff entzieht. Es besteht die begründete Angst sich in ihr ohne Wiederkehr zu verlieren oder am Heimweh nach dem Irgendwo im Nirgendwo zu sterben. Ralf Gührer
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, wir haben aber nicht den gleichen Horizont.
Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen. Theodor W. Adorno
Das Drama der Menschheit wird mit jedem Kind neu geboren. James McEvoy
Wir sterben und bergen in uns den Reichtum von Geliebten und Speisen, die wir gegessen haben, Körper in die wir eingetaucht und die wir hochgeschwommen sind, als wären es Flüsse von Weisheit, Charaktere, in die wir geklettert sind, als wären es Bäume, Ängste, in denen wir uns versteckt hielten, als wären es Höhlen. Ich wünsche mir all dies auf meinem Körper verzeichnet, wenn ich tot bin. Ich glaube an eine solche Kartographie – von der Natur gezeichnet zu sein, nicht dass wir uns bloß auf einer Karte eintragen, wie man die Namen reicher Männer und Frauen an Gebäuden verewigt. Wir sind gemeinschaftliche Historien, gemeinschaftliche Bücher. Wir sind niemandem zu eigen oder monogam in unserem Geschmack oder unserer Erfahrung. Alles, was ich mir wünschte, war, auf solch einer Erde zu gehen, die keine Karten hatte. Michael Ondaatje Wir liegen alle in der Gosse, aber einige von uns blicken zu den Sternen empor. Oskar Wilde Anderer Weg hat Rastplätze in der Sonne sich zu begegnen, doch dieser Weg ist der Deine. Dag Hammarskjöld Halt an! Wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir! Und suchst du ihn nicht dort, du fehlst ihn für und für. Angelus Silesius O Mensch! Gib acht! Was spricht die tiefe Mitternacht? „Ich schlief, ich schlief -, Aus tiefem Traum bin ich erwacht: - Die Welt ist tief, Und tiefer als der Tag gedacht. Tief ist ihr Weh -, Lust – tiefer noch als Herzeleid: Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit!“ Friedrich Nietzsche
Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen; sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Antoine de Saint-Exupéry
Ihr Künstler, euch hat Gott dazu erwählt, die Frucht der Tränen einzusammeln…. Mit einer solchen Liebe sollt ihr lieben, was Gott schuf, dass alles Leiden euer Teil sein wird, der Menschen Leid und das der Dinge… Die Klage der Dinge soll euch vertraut sein, die Kämpfe des Todes, die lautlose Not, das Röcheln der Tiere, das Sterben der Wälder, der Stern, der verglüht und eines jeden Geschöpfes Abschied, dessen Stunde gekommen… Hinabtauchen sollt ihr in des Elends unaussprechliche Tiefe, Bedrängnis erfahren, die ihr kaum ertragt, blutige Tränen sollt ihr weinen, die nicht mehr trocknen in euren Augen… Und die ganze Menschheit wird nur noch eine einzige Kreuzigung sein, deren Stigmata ihr empfangt… Und dann, ihr Künstler, legt ein Leinentuch auf euer Antlitz voller Schmerzen: Und das Tuch wird euer Antlitz widerspiegeln, eure tränendurchfurchten Wangen, eure aufgesprungenen Lippen, eure leidgeprüfte Stirn – und aufstrahlen wird auf eurem Gesicht das Heilige Antlitz des Schmerzes, leuchtend vor Freude. Madeleine Delbrêl
Fast jedem Künstlernaturell ist ein üppiger und verräterischer Hang eingegeben, Schönheit schaffende Ungerechtigkeit anzuerkennen und aristokratischer Bevorzugung Teilnahme und Huldigung entgegenzubringen. Thomas Mann
Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt. Mark Twain
Ich lebe mein leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und kreise Jahrtausende lang; und weiß nicht, bin ich ein Falke, ein Sturm – oder ein großer Gesang. Rainer Maria Rilke Während ich glaubte, ich würde lernen, wie man leben soll, habe ich gelernt zu sterben. Leonardo
Wenn die Bäume die Menschen gehen sehen, haben sie Mitleid; Sie glauben, dass der Wind uns davonträgt, weil wir keine Wurzeln haben. Antoine de Saint-Exupéry
Ille hic est Raphael timuit quo sospite vinci rerum magna parenset moriente mori Inschrift auf dem Sarkophag Raphaels
Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird; Ich weiß nur, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll.
If you judge people you have no time to love them. (Solange du Menschen verurteilst, hast du keine Zeit sie zu lieben) Mutter Theresa Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut alle Küsten aus den Augen zu verlieren. André Gide
Es gibt Menschen, die ihre Persönlichkeit aufgeben, damit ihre Person zur Geltung kommt. Friedl Beutelrock
Here lies one whose name was writ in water Grabinschrift John Keats Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zu kämpfen.
Denn du musst wissen (Pheidros), dass wir Dichter den Weg der Schönheit nicht gehen können, ohne dass Eros sich zugesellt und sich zum Führer aufwirft. Thomas Mann
Bezüglich dieser Dinge, mein Sokrates, dürftest nun auch du vielleicht in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht werden: Ob du aber geeignet bist für die letzten und heiligsten Dinge, wegen denen auch diese existieren, wenn irgendjemand richtig handelt, weiß ich nicht. Ich spreche nun, sagte sie, ich will auch an Eifer nichts auslassen: Versuche aber, zu folgen, wenn du es kannst. Denn es ist nötig, fuhr sie fort, dass derjenige, der richtig an diese Sache herangeht, damit beginnt, während er jung ist, an die schönen Körper zugehen und zuerst, wenn der Geführte auf richtige Weise geführt wird, einen einzigen schönen Leib zu lieben und in ihm schöne Gedanken zu erzeugen, dass er dann aber erkennt, dass die Schönheit an irgendeinem Körper der Schönheit an einem anderen Körper ähnlich ist, und dass, wenn es nötig ist, das Gute an einer Gestalt zu verfolgen, es eine große Unvernunft wäre, nicht ein und dasselbe für die Schönheit an allen Körpern zu halten: Dass er aber, nachdem er dies bemerkt hat, zu einem Liebhaber von allen schönen Körpern wird, dass er jedoch damit aufhört, einen einzigen sehr zu lieben, nachdem er dies verachtet und für klein erachtet hat: Dass er aber danach die Schönheit im Inneren für wertvoller hält als die Schönheit im Körper. Dass es daher, auch wenn irgendjemand, der in Bezug auf seine Seele rechtschaffen ist, nur geringe Blüte hat, ihm genügt, sowohl zu lieben als auch sich zu sorgen als auch solche Gedanken hervorzubringen und zu suchen, welche die jungen Menschen besser machen werden, damit er gezwungen wird, wiederum nach dem Guten in seinen Beschäftigungen und seinen Gebräuchen zu schauen und damit er sieht, dass alles selbst mit sich selbst verwandt ist, damit er glaubt, dass das Schöne im Körper irgendetwas Kleines ist: Nach den Handlungen jedoch muss er zu den Erkenntnissen führen, damit er wiederum die Schönheit der Erkenntnisse wahrnimmt, und damit er, weil er schon auf die Fülle des Schönen schaut, nicht mehr, weil er dem Schönen bei einem einzigen dient, wie ein Sklave - der die Schönheit eines einzigen Knaben liebt oder die irgendeines Menschen oder die einer einzigen Handlung -, faul oder auch kleinlich ist, sondern damit er, dem weiten Meer der Schönheit zugewandt und es betrachtend, viele schöne und prächtige Worte und Gedanken erzeugt in überfließendem Wissensdurst, bis er, darin gestärkt und gefördert, irgendeine einzige solche Erkenntnis erblickt, welche die Erkenntnis des Schönen an sich ist. Versuche mir aber, sagte sie, aufzupassen, wie du es am besten vermagst. Denn derjenige, der bis hierhin zu den Geheimnissen der Liebe geführt worden ist, während er der Reihe nach und auf richtige Weise die schönen Dinge betrachtet hat, der wird, während er schon auf das Ziel der Geheimnisse der Liebe zugeht, plötzlich irgendetwas wunderbares Schönes gemäß seiner Natur erblicken, dasjenige, mein Sokrates, weswegen es auch alle Mühen davor gegeben hat, zuerst ewig seiend und weder werdend noch vergehend, weder wachsend noch abnehmend, dann jedoch weder hierin schön noch hierin hässlich, nicht bald ja, bald nein, auch nicht in dieser Beziehung schön, in dieser Beziehung jedoch hässlich, und nicht hier schön, dort aber hässlich, wie für die einen schön, für die anderen aber hässlich: Und das Schöne wird sich ihm wiederum nicht zeigen wie irgendein Gesicht oder Hände oder irgendetwas anderes von den Dingen, an denen der Körper Anteil hat, auch nicht als irgendein Gedanke oder irgendeine Erkenntnis, auch nicht als etwas, was irgendwo in einem anderen ist, wie bei einem Lebewesen, entweder auf der Erde oder im Himmel oder in etwas anderen, sondern als etwas, was selbst für sich selbst immer eingestaltig mit sich selbst ist. Alle anderen guten Dinge jedoch werden erscheinen als an jenem Anteil habend auf irgendeine solche Weise, dass jenes, wenn die anderen Dinge entstehen und vergehen, in keinster Weise mehr wird oder weniger wird und nichts erleidet. Platon: Symposion
…der Rest ist Schweigen Shakespeare |